Beziehungskultur in Unternehmen

Ich widme mich heute einem meiner Herzensthemen. Positive Beziehungen und Beziehungskulturen in Unternehmen, Organisationen und Abteilungen. Menschen bringen ihre eigene Geschichte und Sozialisation mit, egal in welcher Position. Sie sollten alle das gleiche Ziel, den Erfolg des Unternehmens, der Organisation oder des Projektes, haben. Ohne dieses Ziel ist der Erfolg gefährdet und wenn man weiter denkt, die Arbeitsstelle und noch weiter, die eigene Existenz.

Die Besonderheit ist, dass Menschen in der Regel nicht nach sozialen Vorlieben ihre Tätigkeit auswählen, sondern nach beruflichem Interesse und den eigenen Potentialen. Somit finden sie eine Vielzahl an qualifizierten Mitarbeitern, die jedoch mit unterschiedlichsten Normen und Werten sozialisiert wurden und diese vertreten. Jeder Mitarbeiter hat eigene Ziele, Lebens- und Arbeitsmotivationen. Diesen wird man wahrscheinlich nicht gerecht werden, sie aber zu berücksichtigen, und somit dem Einzelnen Interesse zu signalisieren, macht einen Unterschied.

Positive Beziehungskultur bedeutet jeden Mitarbeiter als Individuum, mit eigener Geschichte und Sozialisation wahrzunehmen der Teil eines großen Ganzen ist, dem Unternehmen oder der Organisation. Ich bediene mich an den Grundhaltungen, die auch meine sind, der Gesprächstherapie  nach Carl Rogers. Sie sind elementar für eine positive Beziehungskultur. Die Grundsätze sind Kongruenz, Empathie und Akzeptanz.

  • Kongruenz oder Echtheit bedeutet das man sich selbst und seiner Gefühle bewusst ist. Es geht um die Wahrnehmung eigener Möglichkeiten, Bedürfnisse, Grenzen und Vorurteile. Es sollte eine Einheit zwischen Persönlichkeit und Verhalten geben, die von anderen auch so wahrgenommen wird.
  • Empathie oder einfühlendes Verstehen ist eine Haltung, bei der man versucht sein Gegenüber präzise und sensibel zu erfassen. Man versucht `in die Haut des anderen zu schlüpfen`, `die Brille des Gegenüber aufzusetzen` und `in dessen Welt zu Hause ist`.
  • Akzeptanz oder bedingungsfreie Wertschätzung ist die Fähigkeit seinem Gegenüber grundlegend positiv entgegenzutreten und ihn in seinem `So-Sein` ohne jegliche Vorbedingungen anzunehmen.

Diese drei Punkte ergänze ich um einen vierten Punkt, der mir sehr am Herzen liegt und meiner Erfahrung nach zu kurz kommt. Würdigung. Mit Würdigung meine ich, dass man die Leistungen seines Gegenübers würdigt, ob es Lebensleistung, berufliche Leistung, Ansichten oder die Einstellung zum Leben ist. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern darum anzuerkennen was ist. Würdigen sie ihre eigenen Leistungen und die der anderen. So entwickeln sie eine weitere Perspektive und Haltung gegenüber anderen und sich selbst.

Eine positive Beziehungskultur bedeutet, dass Mitarbeiter sich wohlfühlen, ihre Arbeit motiviert erledigen und in Phasen der erhöhten Beanspruchung die Ziele erfolgreich weiterverfolgen. Keiner arbeitet gerne wenn das Klima angespannt oder defizitorientiert ist.

Auch in einer positiven Beziehungskultur kommt es zu Konflikten, Differenzen und Meinungsverschiedenheiten. Eine veränderte Grundhaltung bewirkt aber, dass gerade genannte Herausforderungen schneller und klarer gelöst werden können.

Positive Beziehungskultur bedeutet auch systemisch zu Denken und sich ein Bewusstsein für Dynamiken im Team anzueignen. Wie sind die Wechselwirkungen im Team, was ist Konstruktivismus und wie wird von Erlebnissen erzählt.

 

Eine positive Beziehungskultur ist ein Gewinn für jedes Unternehmen. Es ist eine Investition in die Zukunft und in die Mitarbeiterbindung. Jeder kann seinen Beitrag leisten, nur einer muss anfangen den ersten Schritt zu gehen. Dieser Schritt sollte schon mit einer anderen Haltung begonnen werden. Erwarten Sie nichts von anderen, seien Sie neugierig und offen. Haben Sie Vertrauen in sich und in die Wirkung die Sie haben werden, andere werden es bemerken. Kongruenz, Empathie, Akzeptanz und Würdigung sind ein machtvoller Schlüssel. Halten Sie dies unbedingt durch, es wird sich lohnen.

 

 

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